Fundiertes Ernährungswissen wirkt weit über den Beruf hinaus: für die eigene Gesundheit, für die Familie und für die Menschen, die man begleitet. Gabriele Urdl hat die Ausbildung zur integrativen Ernährungsexpertin mit Ende 40 begonnen, eigentlich nur für sich selbst. Heute nutzt sie ihr Wissen für drei Generationen ihrer Familie und arbeitet als Vital Coach mit Frauen ab 40. Ihr Fazit: Dieses Wissen ist unbezahlbar.
Inhalt
Wir sind schon mitten im Gespräch für meinen Podcast „Kost & Regie“. Gabriele erzählt von ihrem Sohn, von ihrer Mutter, von den vielen kleinen Entscheidungen am Familientisch. Dann hält sie kurz inne.
„Das ist unbezahlbar.“
Gabriele Urdl ist Absolventin unserer Akademie für integrative Ernährung. Nach vielen Jahren in der Wirtschaft hat sie einen neuen beruflichen Weg eingeschlagen. Und dieser eine Satz ist mir nach unserem Gespräch noch lange im Kopf geblieben.
Eine Ausbildung ist eine Investition. Doch woran misst man ihren Wert? An neuen beruflichen Möglichkeiten, an den ersten Kundinnen? Oder auch daran, was sich im eigenen Leben und in der Familie verändert? Gabrieles Geschichte gibt darauf eine ziemlich klare Antwort.
Das Wichtigste in Kürze
Gabriele war viele Jahre in der Wirtschaft tätig. Ein anspruchsvoller Job, zwei Kinder, Eltern, die Unterstützung brauchten. Ein Alltag, wie ihn viele Frauen kennen.
Mit Ende 40 veränderte sich etwas.
Sie schlief schlechter, bekam Gelenkschmerzen und fühlte sich weniger leistungsfähig als früher. Ärztlichen Rat holte sie sich, eine Erklärung für ihre Beschwerden fand sich zunächst nicht. Erst später erkannte sie, dass ihre Symptome mit der Perimenopause zusammenhängen konnten, der Übergangsphase vor der letzten Menstruation.
Auch ihr Essen hatte sich verändert. Zwischen Meetings, Präsentationen und Verpflichtungen griff sie immer häufiger zu Schokolade, Keksen und Süßem.
„Ich bin zur Stressesserin geworden“, erzählte sie mir.
Ihre größte Frage damals kenne ich aus unzähligen Beratungsgesprächen: „Wo müsste ich denn ansetzen?“
Wenn Schlaf, Energie und Wohlbefinden aus dem Gleichgewicht geraten, fehlt oft die Orientierung. Was ist wirklich wichtig? Was kann ich selbst verändern? Und wo beginne ich? Genau diese Fragen stellen dir auch deine Klient:innen, wenn sie erschöpft in deine Praxis kommen.
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An einem Praxisbeispiel zeige ich dir, wie du mit Ernährungswissenschaft und TCM erkennst, woher die Müdigkeit kommt, und was dann auf den Teller gehört. Am 2.11. und 5.11. um 18:30 Uhr und am 8.11. um 10:00 Uhr, mit Aufzeichnung für 48 Stunden.
Kostenlos anmeldenGabriele begann, sich intensiver mit Ernährung zu beschäftigen. Über meine Beiträge auf Instagram wurde sie auf die Akademie aufmerksam. Besonders angesprochen hat sie die Verbindung aus moderner Ernährungswissenschaft und dem traditionellen Wissen der TCM.
Sie entschied sich für den Lehrgang zur integrativen Ernährungsexpertin. Und das Interessante daran: Ursprünglich wollte sie die Ausbildung nur für sich selbst machen.
Sie wollte verstehen, was in ihrem Körper passiert, welche Rolle Ernährung dabei spielt und wie sie ihre Gesundheit im Alltag unterstützen kann.
Mit dem neuen Wissen gestaltete sie ihre Gewohnheiten bewusster. Schlaf und Erholung bekamen mehr Aufmerksamkeit, ebenso die Zusammensetzung ihrer Mahlzeiten und ein Bewegungsprogramm, das zu ihrem Alltag passte.
Was als persönliche Entscheidung begann, bekam bald eine viel größere Bedeutung.
Im Podcast kamen wir auf einen Punkt, der bei der Entscheidung für eine Ernährungsausbildung oft übersehen wird: den Wert des Wissens in der eigenen Familie.
Gabriele erzählte von ihrem Sohn, der früher unter Neurodermitis litt, von ihrem eigenen Heuschnupfen und von gesundheitlichen Fragen, die ihre Mutter betrafen. Durch ihr Ernährungswissen hat sie neue Möglichkeiten entdeckt, damit umzugehen. Bei ihrem Sohn und bei sich selbst hat sie Verbesserungen erlebt.
Das sind ihre persönlichen Erfahrungen. Gerade bei Neurodermitis oder Heuschnupfen gehört Ernährung individuell betrachtet, und notwendige medizinische Begleitung bleibt selbstverständlich Teil des Weges.
Was mich an ihrer Geschichte besonders berührt hat, war etwas anderes. Gabriele kann das Gelernte für Menschen aus ganz unterschiedlichen Generationen nutzen.
Sie versteht heute viel besser, welche Ernährungsgewohnheiten in welchem Lebensabschnitt sinnvoll sind. Sie kann Informationen einordnen, die richtigen Fragen stellen und bewusster entscheiden. Und sie gibt dieses Wissen weiter: an ihren Mann, ihre Kinder und ihre Mutter.
Wie das im Familienalltag konkret aussehen kann, zeigt übrigens auch Christine Leckers Familienküche mit Herz und Struktur.
„Das ist unbezahlbar.“
Dieser Satz bringt für mich etwas Wesentliches auf den Punkt.
Beim Preis einer Ausbildung denken wir meist zuerst an die Kosten. Wie viel muss ich investieren? Wie viel Zeit brauche ich? Wann verdiene ich damit Geld?
Berechtigte Fragen. Der Wert einer fundierten Ernährungsausbildung zeigt sich aber auch an anderer Stelle.
Bei gesundheitlichen Fragen in deiner Familie kannst du unterscheiden, welche Informationen wissenschaftlich fundiert sind und welche eher einem Trend folgen. Warum sich der Nährstoffbedarf im Laufe des Lebens verändert, weißt du dann genauso wie das, worauf es bei der Ernährung von Kindern ankommt, welche Rolle eine ausreichende Proteinversorgung im Alter spielt und warum individuelle Verträglichkeit so wichtig ist.
Und du erkennst, wann kleine Veränderungen im Alltag sinnvoll sind und wann eine medizinische Abklärung nötig ist.
Dieses Wissen begleitet dich über viele Jahre: beim Einkaufen, beim Kochen, bei Entscheidungen für dich selbst und im Gespräch mit Menschen, die dir wichtig sind.
Auch das beste Ernährungswissen ist keine Garantie gegen Krankheiten und ersetzt keine ärztliche Diagnose. Es hilft dir, Zusammenhänge zu verstehen, Risiken zu beeinflussen und fundierter zu entscheiden. Genau darin liegt sein enormer persönlicher Wert.
Ernährungsempfehlungen findest du heute in Sekunden. Mehr Protein. Weniger Kohlenhydrate. Intervallfasten. Rohkost. Nahrungsergänzungsmittel. Die nächste vermeintliche Wunderdiät.
Doch welche Empfehlung passt zu welchem Menschen? Gabriele und ich haben über drei Überzeugungen gesprochen, die uns bei Frauen ab 40 besonders oft begegnen.
Rohes Gemüse liefert wertvolle Nährstoffe. Große Rohkostportionen verträgt trotzdem nicht jeder Mensch gleich gut. Wer häufig unter Blähungen leidet, kommt mit gegartem Gemüse oft besser zurecht. Die TCM schaut zusätzlich auf die thermische Wirkung der Lebensmittel und die individuelle Verdauungskraft.
Kohlenhydrate sind wichtige Energielieferanten. Entscheidend sind Auswahl, Portionsgröße, die gesamte Ernährungsqualität und der individuelle Bedarf. Ein pauschaler Verzicht ist für eine gesunde Ernährung nicht notwendig.
Eine dauerhaft sehr geringe Energiezufuhr erschwert die Versorgung mit Nährstoffen und kann den Erhalt der Muskelmasse gefährden. Gerade in der Lebensmitte lohnt es sich, genauer hinzusehen, statt immer strengere Regeln aufzustellen.
Diese Beispiele zeigen, warum mir eine fundierte Ausbildung so wichtig ist. In der Ausbildung lernst du, Empfehlungen zu hinterfragen, wissenschaftliche Erkenntnisse einzuordnen und die Besonderheiten eines Menschen zu berücksichtigen.
Ein Ernährungstipp ist schnell gegeben. Zu erkennen, was für einen bestimmten Menschen sinnvoll und im Alltag umsetzbar ist, braucht deutlich mehr Wissen.
Bei Gabriele blieb es nicht bei der eigenen Familie. Während der Ausbildung wuchs ihr Mut, das Gelernte auch beruflich einzusetzen.
Sie übte Beratungsgespräche, entdeckte ihre Freude daran, Menschen zu begleiten, und entwickelte Schritt für Schritt die Idee einer eigenen Selbstständigkeit. Heute arbeitet sie als Vital Coach mit Frauen ab 40: in persönlicher Ernährungsbegleitung, in Online-Gruppenkursen und mit Vorträgen.
Dabei hat sie auch die Hürden gemeistert, die vielen beim Aufbau einer eigenen Praxis begegnen. Technik, Marketing, Sichtbarkeit, die ersten Kundinnen.
Besonders spannend fand ich, wie sie darüber spricht. Mit ihren Gruppenkursen wollte sie mehr Frauen erreichen und ihnen die Umwege ersparen, die sie selbst gegangen ist. Dafür war sie bereit, sich in Technik und Marketing einzuarbeiten.
Ihr Warum war stärker als die Hürden.
Wie eine Website entsteht, wie ein Onlinekurs läuft und wie du Kundinnen gewinnst, musst du am Anfang nicht wissen. Vieles lernst du Schritt für Schritt. Gabriele hat genau das getan.
Einen ähnlichen Weg ist auch Monika Bock gegangen: erst die eigene Lebensqualität zurückerobert, dann das Wissen weitergegeben.
Ernährung interessiert dich schon lange, und ob du später damit arbeiten willst, weißt du noch nicht? Dann bist du in guter Gesellschaft.
Viele unserer Teilnehmerinnen arbeiten bereits in Gesundheitsberufen und erweitern ihr Angebot um fundierte Ernährungsimpulse. Andere stehen mitten im Leben, beschäftigen sich mit ihrer eigenen Gesundheit und fragen sich, ob sie im Gesundheitsbereich noch einmal etwas Neues beginnen.
Gabriele hat aus persönlichem Interesse begonnen. Die berufliche Perspektive ist erst beim Lernen entstanden.
Darin liegt für mich eine der schönsten Möglichkeiten einer Weiterbildung: Mit einem persönlichen Anliegen starten und unterwegs entdecken, wofür du dein Wissen einsetzen willst. Für dich, für deine Familie oder für deine Klient:innen.
Ja. Gabriele Urdl hat genau so begonnen. Sie wollte ihre eigenen Beschwerden besser verstehen. Die berufliche Perspektive als Vital Coach hat sich erst während der Ausbildung entwickelt.
Wer fundiert ausgebildet ist, kann Ernährungsinformationen einordnen, Trends hinterfragen und für jede Lebensphase passende Entscheidungen treffen. Davon profitieren Kinder, Partner und ältere Eltern gleichermaßen.
Nein. Ernährungswissen ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Beratung. Es hilft aber zu erkennen, wann kleine Veränderungen im Alltag sinnvoll sind und wann eine medizinische Abklärung nötig ist.
Nicht für jeden Menschen. Rohes Gemüse liefert wertvolle Nährstoffe, große Rohkostportionen vertragen aber nicht alle gleich gut. Bei häufigen Blähungen ist gegartes Gemüse oft bekömmlicher.
Nein. Entscheidend sind Auswahl, Portionsgröße, die gesamte Ernährungsqualität und der individuelle Bedarf. Ein pauschaler Verzicht ist für eine gesunde Ernährung nicht notwendig.
Für Menschen in Gesundheitsberufen und im Gesundheitsbereich, die Ernährung fundiert in ihre Arbeit einbauen wollen, und für Quereinsteiger:innen, die Ernährung besser verstehen und ihr Wissen weitergeben möchten.
Nach unserem Gespräch habe ich noch lange über Gabrieles Satz nachgedacht.
In der Erwachsenenbildung reden wir viel über Qualifikationen, Zertifikate und berufliche Perspektiven. Was sich durch fundiertes Wissen im persönlichen Leben verändert, übersehen wir dabei manchmal.
Gabriele wollte zunächst Antworten auf ihre eigenen gesundheitlichen Fragen. Heute setzt sie ihr Wissen in ihrer Familie ein, begleitet andere Frauen und hat sich eine Arbeit aufgebaut, die sie erfüllt. Nicht jeder Weg verläuft genauso. Ihre Geschichte zeigt aber, wie weit eine Weiterbildung wirken kann.
Was wäre es dir wert, deine eigene Ernährung und die deiner Familie über viele Jahre kompetent und selbstbestimmt zu gestalten?
Für Gabriele ist die Antwort klar: unbezahlbar. Und ich kann diesen Gedanken sehr gut nachvollziehen.
Und bei dir? Wem in deiner Familie würde dein Ernährungswissen als Erstes zugutekommen?
Herzliche Grüße,
Claudia
Dr. Claudia Nichterl
und das Team der Akademie für integrative Ernährung
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Doktorin der Ernährungswissenschaften · Gründerin der Akademie für integrative Ernährung
1967 mit einer beidseitigen Hüftluxation geboren. Mehrere Operationen, Metallplatten, mit 17 der erste Bandscheibenvorfall. Und Ärzte, die mir sagten: „Mit 30 brauchen Sie ein künstliches Hüftgelenk.“ Mit 22 drohte die Frühpension.
Ich ließ das nicht mit mir machen. Ich studierte Ernährungswissenschaften in Wien, promovierte in Mexiko und entdeckte dort die Kraft der Traditionellen Chinesischen Medizin. Plötzlich ergab alles Sinn: wie Körper, Geist und Alltag ineinandergreifen. Wie Ernährung weit mehr ist als Kalorien, Eiweiß, Fett und Vitamine.
Mit meiner Methode der integrativen Ernährung habe ich die vorausgesagte Hüftoperation um mehr als 20 Jahre hinausgezögert. Mit 55 kam das künstliche Gelenk dann doch. Zu meinem Zeitpunkt, nach einem Leben voller Bewegung.
In über 8.000 Beratungen habe ich erlebt, was Essen wirklich kann. Heute bilde ich Frauen im Gesundheitsbereich aus, die Ernährung gezielt in ihrer Praxis einsetzen. Über 500 Absolvent:innen in 17 Ländern zeigen das jeden Tag. Meine 34+ Koch- und Sachbücher stehen in Arztpraxen genauso wie in Küchen zu Hause. Mein Fachbuch „Integrative Ernährung“ ist 2025 in zweiter Auflage bei Springer erschienen.
Ich bin überzeugt: Der klügste Hebel im Gesundheitssystem liegt auf dem Teller.
„Der Mund ist das Tor zur Gesundheit. Jeden Tag.“
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