Dr. Claudia Nichterl - Akademie für integrative Ernährung
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Was hat Mikroplastik mit Verdauungsproblemen zu tun?

Aug 03, 2022

Idyllischer Urlaub am Meer? Fischgenuss täglich am Teller? Mein Urlaub in Griechenland war traumhaft ... und dennoch stimmt es mich sehr nachdenklich - denn ich bin keineswegs blind, ob der Problematik, die sich im Meer verbirgt: Mikroplastik.

Vor kurzem erst sah ich wieder einen erschreckenden Bericht über eine meterlange Plastikansammlung aus Plastikflaschen, Trinkbechern, Styroporbehältern und Windeln sowie verendeten Fischen und Vögeln im indischen Ozean. Dieser Anblick ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich las, dass jährlich 8 Millionen Tonnen Plastikmüll im Meer landen, dies entspricht einer Lastwarenladung pro Minute. Während ein geringer Teil des Plastikmülls auf der Oberfläche schwimmt, gelangt der größte Teil in tiefere Gewässer und ist kaum zurückzuholen.

Plastik verrottet nicht und unsere Meere ersticken darin. Erst nach Jahren, knapp 500 Jahre dauert es bis sich eine gewöhnliche Plastikflasche im Meer durch Reibung, Wind und Wellen in unsichtbares Mikroplastik zersetzt. Dies ist für Fische lebensgefährlich. Welche Bedeutung hat dies für die (Darm)Gesundheit der Menschen? Dies erfährst du heute in meinem Blogartikel. Und du lernst wie wir Schritt für Schritt Alternativen finden können für ein plastikfreies Leben.

 

  1. Was ist Mikroplastik
  2. Welches Gesundheitsrisiko besteht bei Mensch und Tier?
  3. Gesundheitsforschung und Mikroplastik
  4. Tipps zur Vermeidung von Mikroplastik
  5. Plastikfreies Rezept, um dein Geschirr zu spülen

 

Was ist Mikroplastik

Als Mikroplastik werden kleine, feste und unlösliche Plastikteilchen (bis zu 5 Millimeter) bezeichnet. Mit bloßem Auge sind die winzigen Teilchen schwer zu erkennen.

 

Unterschieden wird primäres und sekundäres Mikroplastik:

 

Primäres Mikroplastik kommt in der Industrie und in Produkten gezielt zum Einsatz. Kläranlagen können Mikroplastik aufgrund der geringen Größe oft nicht auffangen und so gelangt es in Flüsse, Seen und Meere. Zu finden ist primäres Mikroplastik in:

 

  • Kosmetik- und Hygieneprodukten (Granulate), z.B. Peelings, Duschgel, Zahnpasta, Handwaschmittel
  • Als Granulat auf Kunstrasen
  • Als Basispellets (Grundmaterial für die Plastikproduktion)
  • mikroskopische Kunststoffpartikel, die zur industriellen Reinigung verwendet werden

Sekundäres Mikroplastik entsteht beim Zerfall von größeren Plastikteilen oder durch mechanische Abnutzung von Plastikprodukten. Eine Plastiktüte kann durch Wind und Wellen in den Meeren über Jahrhunderte zu Mikroplastik zerfallen. Hierzu zählen aber auch Kunstfasern aus Kleidungsstücken, die durch Waschen ins Abwasser gelangen.

Sekundäres Mikroplastik entsteht aber auch durch den Abrieb von Reifen auf der Straße.

Laut aktuellen Forschungsberichten ist der Abrieb die größte Quelle von Mikroplastik. Aber auch bei einem Waschmaschinengang wird sekundäres Mikroplastik aus Kleidung mit Polyester freigesetzt.

 

 

Welches Gesundheitsrisiko besteht bei Mensch und Tier?

Mikroplastik nimmt auch Schadstoffe aus der Umgebung auf. An den kleinen Plastikteilchen können sich im Wasser schwer abbaubare organische Schadstoffe binden, z.B. Pestizide oder PCB. Fische können die Mikroplastikteilchen mit Plankton als Nahrung verwechseln, in der Folge können sie an den Teilchen ersticken, Verstopfungen oder Krankheiten erleiden oder bei vollem Magen verhungern.

Wenn Meerestiere bei uns auf dem Teller landen, gelangt Mikroplastik oder das mit Schadstoffen angereicherte Mikroplastik auch in unsere Nahrungskette. An vielen Orten konnten Partikel von Mikroplastik bereits nachgewiesen werden: Im Meer, Flüssen und Seen, in der Luft, aber auch in Obst und Gemüse, in Mineralwasser, Honig und Bier. Was bedeutet das für unsere Gesundheit?

Studien belegen, dass durchschnittlich pro Woche und Person fünf Gramm winziger Plastikteilchen in den menschlichen Magen-Darm-Trakt gelangen. Dies ist aber auch abhängig von der Region, vom Lebensstil und der Ernährung. Über den Verdauungstrakt werden große Teile der Mikroplastik Partikel wieder ausgeschieden, jedoch wird ein kleiner Teil auch vom Körper aufgenommen. So wurde Mikroplastik auch in den Organen von Menschen nachgewiesen, zum Beispiel in Spenderorganen oder Lungen.

 

Gesundheitsforschung und Gesundheitsforschung und Mikroplastik

 

Das Verdauungssystem steht im Zentrum der medizinischen Forschung zum Thema Gesundheitsrisiken durch Mikro- und Nanoplastik-Partikel.

Chinesische Forscher wiesen Mikroplastik bei Mäusen im Darmgewebe und in anderen Organen wie etwa der Leber nach, wo es zu entzündlichen Reaktionen und Stoffwechselveränderungen führen kann. Albert Koelmans ein holländischer Umweltforscher errechnete, dass ein Mensch in seinem 70-jährigen Leben rund 50 000 Mikroplastikartikel anreichern könnte.

Gesundheitsforschungen gehen davon aus, dass Mikroplastikteilchen, die über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden, die Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms verändern können. In der Folge werden durch diese Veränderungen Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Fettleibigkeit oder chronische Lebererkrankungen assoziiert.

Aus experimentellen Studien geht hervor, dass insbesondere Menschen mit chronischen Erkrankungen besonders betroffen sein könnten. Lukas Kenner (Klinisches Institut für Pathologie der MedUni Wien) hebt erläutert: „Ein gesunder Darm kann das Gesundheitsrisiko eher abwehren. Aber lokale Veränderungen im Magen-Darm-Trakt, wie sie bei chronischen Erkrankungen oder auch negativem Stress vorliegen, könnten für die schädlichen Auswirkungen von MNP anfällig machen.“

Tatsächlich mangelt es noch an validen Untersuchungen zu den Auswirkungen des Mikroplastiks auf den Menschen. Mehr detaillierte Forschung auf diesem Gebiet wäre wünschenswert, insbesondere angesichts des starken Wachstums der Produktion von Plastik und der Ansammlung von nicht-abbaubaren Mikroplastikteilchen.

 

Tipps zur Vermeidung von Mikroplastik

 

Nach all den Informationen hast du dich vielleicht auch schon gefragt, wie es gelingen kann weniger Mikroplastik zu erzeugen, Plastikmüll zu vermeiden, insgesamt nachhaltiger zu konsumieren sowie andere Menschen Stück für Stück darüber aufzuklären.

Generell rate ich so weit wie möglich auf Plastik zu verzichten. Insofern Plastik einmal nicht vermieden werden kann, sollte es fachgerecht entsorgt werden.

Hier meine guten Tipps für einen plastikfreien Alltag:

  • Mikroplastik in Drogerieartikeln vermeiden: Achte zunächst auf sichtbare Kügelchen. Diese kannst du vor allem in Peelings, Duschgel und Waschmittel erkennen.
  • Feineres Mikroplastik ist für das Auge leider nicht mehr erkennbar. Hier lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe: Polyethylen (PE), Polypropylen (PP)Polyacrylat (PA), Polyethylenterephtalat (PET), Nylon-12, Nylon-6, Polyurethan (PUR), Acrylates Copolymer (AC), Acrylates, Crosspolymer (ACS), Polymethylmethacrylat (PMMA), Polystyren (PS), Polyquaternium (PQ)
  • Viele Produkte von denen wir es nicht vermuten, enthalten Mikroplastik. Zum Beispiel Kaffeefilter, Teebeutel oder Schwämme. Informieren hilft.
  • Bremse beim Autofahren setzt besonders viel Mikroplastik seitens der Reifen frei. Unnötiges oder zu starkes Bremsen gilt es zu vermeiden. Weniger Autofahren bedeutet weniger Mikroplastik durch Reifenabrieb.
  • Es empfiehlt sich die Waschmaschine mit voller Trommel laufen lassen, denn es vermindert die Emissionen von Mikroplastik in die Abwässer.
  • Eine Forschergruppe der City University Hong Kong stellte fest, dass Wäsche-Trockner bis 40 mal so viele mikroskopische Teilchen aus der Kleidung freisetzen wie Waschmaschinen. Bei Waschmaschinen gelangen die Mikrofasern über das Abwasser in die Kläranlage und können dort gefiltert werden, beim Trockner kommen sie ungefiltert in die Umwelt. Handelt es sich um Baumwollteilchen, werde diese in der Natur abgebaut – bei Mikrofasern aus Polyester ist das nicht der Fall. (aus oekotest.de)

 

Plastikfreies Rezept (aus dem Buch PLASTIKFREI von Christoph Schulz)

Spülmittel

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Zutaten

  • 30 g Olivenölseife – schäumt und pflegt das Geschirr
  • 1 EL Natron. Reinigt und entfernt unangenehme Gerüche
  • 700 ml Wasser – damit dein Spülmittel flüssig wird
  • Optional: 5 Tropfen ätherisches Öl deiner Wahl

 

Die Olivenölseife reiben und in kochendes Wasser geben. Natron und ätherische Öle kommen dazu, sobald die Mischung abgekühlt ist. Anschließend ausgiebig verrühren – fertig

 

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Die 5 Tipps findest du im Blogartikel: Nachhaltige Ernährung – 5 praktische Alltagstipps



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Von Herzen Danke, dass du all diese Informationen annimmst und weiter trägst. Denn: der Mund ist das Tor zur Gesundheit. Jeden Tag auf´s Neue.


herzlichst,

Claudia

und das Team der Akademie

 

Für Informationen zu den Ausbildungsmöglichkeiten erreichst du uns hier.

 

 

 

Quellen:

 

Plastik und Mikroplastik | Gesundheitsportal

TIPPS ZUR VERMEIDUNG VON MIKROPLASTIK - MIKROPLASTIK.DE

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