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Fit ... Fitter ... QUITTE

Oct 28, 2020
 
Quitten sind sehr reich an verschiedenen Aromen, sie sehen wunderschön aus, schmecken köstlich und sind sehr gesund. Trotzdem ist die Quitte etwas aus der Mode geraten und kaum eine andere Obstsorte ist in den vergangenen Jahren in ihrem Bestand so stark geschrumpft. Herbstzeit ist Quittenzeit, ein guter Anlass diese spannende Frucht und ihre Rolle in der integrativen Ernährung einmal besser kennenzulernen. 

Die Quitte in der Pflanzenheilkunde

Die Quitte (bot: C. oblonga) ist ein 4 bis 6 Meter hoher Baum mit wunderschönen Blüten, der in Asien und Europa vorkommt. Die Frucht ähnelt Äpfeln und Birnen, nicht verwunderlich also, dass es als Zuchtform sowohl Apfelquitte als auch Birnenquitte gibt.

Früher wurden die Samen bei Husten und Magen-Darmkatarrhen eingesetzt. Hippokrates empfahl Quittenzubereitungen gegen Durchfall und Fieber. Die Römer setzten Quittensaft zur Stärkung des Magens ein. Quittentee (Quittenkerne mit frischem Wasser aufkochen, auf kleinem Feuer 5 Minuten ohne Deckel köcheln lassen und dann abseihen), soll bei Nervosität, Schlaflosigkeit und Mundgeruch helfen. Lässt man die Quittenkerne mit wenig frischem Wasser auf dem Feuer zu einem dicken Schleim einkochen, dann helfen sie äußerlich aufgetragen bei Entzündungen und Wunden.Eine Schale Quittenmus (Die Quitten mit den gereinigten Schalen zu Mus kochen und möglichst wenig zuckern) vor jeder Mahlzeit soll gegen Gicht helfen.

Warum Quitten so gesund sind

Quittenfrüchte enthalten sehr viele gesunde Inhaltsstoffe: Vitamin C, Vitamin E, Vitamin B1, Vitamin B6, Kalium, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan, Magnesium, Fluor, Gerbstoffe, Gerbsäure und sehr viel Pektin und Schleimstoffe.

Die enthaltenen Pektine sind wunderbare Ballaststoffe, sie können den Blutzuckerspiegel regulieren und die Verdauung fördern. Kalium reguliert den Wasserhaushalt und ist wichtig für Nerven und Muskeln. Quitten können daher Probleme mit Blase und Niere lindern. Zink ist besonders wichtig für das Immunsystem, Haare und Nägel. 

Aus Sicht der TCM haben Quittenfrüchte eine ausgleichende, tonisierende und regulierende Wirkung. Sie eliminieren Hitze und reduzieren Feuer im Körper. Insbesondere bei Entzündungen sind sie sehr hilfreich. Quitten wirken Yin stärkend, durch ihre kühlenden und befeuchtenden Eigenschaften fördern sie die Lungenfunktion. Dadurch können sie auch bei Entzündungen in Hals/ Rachen bzw. bei trockenen Schleimhäuten, sowie trockenen Husten gut eingesetzt werden. 

 

Richtig einkaufen und verarbeiten

Die Verarbeitung der Quitte ist nicht ganz einfach. Umso mehr Augenmerk solltest Du auf das Einkaufen legen. Es gibt zwei Sorten von Quitten: die runden Apfelquitten und die saftigeren, länglichen Birnenquitten. Achte darauf, dass du weiche Quitten kaufst und diese aromatisch duften. Je reifer die Früchte sind, desto weniger Flaum haben sie, kleine Früchte schmecken besser als große. Sollten die Quitten noch nicht ganz reif sein, einfach in einem kühlen Raum lagern, bis sie ihre leuchtend gelbe Farbe angenommen haben und entsprechend duften. Roh sind die Herbstfrüchte ungenießbar, ihr fruchtiges Aroma entfalten sie erst beim Kochen oder Braten. Damit du das Kerngehäuse gut heraus bekommst, solltest du es erst nach dem Garen entfernen. Bei der Zubereitung mitteleuropäischer Sorten wird empfohlen, dass vor dem Verarbeiten der Früchte der Flaum oder Pelz der Quitten mit Hilfe eines Tuches gründlich abgerieben wird, da er viele Bitterstoffe enthält. Dann kann die Frucht geschält oder ungeschält verwendet werden.

Ob süß oder herzhaft, die Verwendung der gelben Früchte ist vielseitig. Durch den hohen Pektingehalt haben Quitten ihr eigenes Geliermittel und eignen sich daher hervorragend für Gelees und Süßigkeiten wie Quittenkonfekt. Die Quitte ist auch Namensgeber der Marmelade. So leitet sich aus dem portugiesischem Marmelo für Quitte ab, und aus dem griechischen Melimelon für Honigapfel.

Aus Quitten können wunderbare Chutneys hergestellt werden, in Alkohol eingelegt sind sie eine besondere Delikatesse.

Du möchtest fit wie eine Quitte werden, dann schau Dir meine Rezeptideen an:

Quittenpüree


Zutaten:
1 kg Quitten,
100 g Vollrohrzucker
je eine Prise gemahlener Zimt,  Sternanis, Nelke, Muskat
Mark einer Vanilleschote,

Zubereitung:
Quitten waschen, bürsten und in einer Auflaufform mit Deckel im Backrohr weich garen. Je nach Größe dauert das im vorgeheizten Backrohr ein bis zwei Stunden bei 170 Grad/Umluft 150 Grad oder Gasherd Stufe 2. Zur Probe mit einer Gabel einstechen.

Dann die Quitten auskühlen lassen und die weichen Quitten durch ein  Sieb oder „Flotte Lotte“ streichen. Das Fruchtpüree dann mit Zucker und Gewürzen aufkochen, dabei gut umrühren.

Infos: 1 kg Quitten ergibt etwa 500 g Quittenpüree. Das Püree eignet sich hervorragend als Beigabe zum warmen Getreidefrühstück. Dazu das heiße Püree in saubere Schraubgläser einfüllen, verschließen und auskühlen lassen. So hält es im Kühlschrank ca. 2 Wochen und ist morgens schnell verfügbar.

Wenn Du das Püree als Dessert essen möchten, kannst Du gerne noch etwas Honig oder Zucker dazugeben.

Quittenkäse 

hat definitiv nichts mit Käse am Hut, passt aber wunderbar dazu
Zutaten:
Ca.1,3 kg Quitten,
1000 g Vollrohrzucker
Saft und Schale einer Zitrone
je eine Prise gemahlener Zimt,  Sternanis, Nelke, Muskat, Salz
Mark einer Vanilleschote

Zubereitung:
Quitten trocken abreiben, waschen, in Stücke schneiden und mit wenig Wasser unter ständigem Rühren sehr weich kochen. Die Masse durch ein Sieb streichen und wiegen, mit der gleichen Menge Vollrohrzucker vermischen und unter ständigem Rühren zu einer sehr dicken Masse einkochen. Das dicke Püree nun auf ein geöltes Papier streichen und einige Tage an der Luft trocknen lassen. In Scheiben geschnitten passt Quittenkäse perfekt zu Käse. Gerne wird Quittenkäse auch als Nascherei weiter verarbeitet. Man schneidet beliebige Formen (z. B. für Weihnachten kleine Sterne ausstechen), wälzt den Quittenkäse in grobem Kristallzucker und schichtet ihn zum Aufbewahren in Dosen.

Und noch ein Tipp:

Der Duft nach Zitrone und Apfel ist extrem aromatisch. Lege Quitten einfach in einen Korb, platziere ihn auf deinem Ess-Tisch und die Herbst-Stimmung ist perfekt!

 

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Claudia

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