Die Schilddrüse, ein Organ nicht größer als eine Walnuss, wird für viele Beschwerden verantwortlich gemacht. Müdigkeit, Gewichtszunahme oder -verlust, Schlaflosigkeit, Antriebsschwäche, Haarausfall - die „Chefin der Hormone“ gilt es ins Gleichgewicht zu bringen. Für Schilddrüsenerkrankte treten viele Fragen auf: Welche Lebensmittel sind gut für mich, welche sollte ich meiden? Ist Jod gefährlich? Gibt es eine spezielle Diät bei Hashimoto? Kann ich Soja essen? Da mir diese Fragen so oft gestellt werden, gebe ich dir hier hilfreiche Tipps und Maßnahmen mit an die Hand was du mit Ernährung bei Hashimoto tun kannst.
Ist die Produktion der Hormone gestört, führt das zum Chaos und sorgt für Beschwerden – inzwischen zählen Erkrankungen der Schilddrüse zu den häufigsten Hormonstörungen, vor allem bei Frauen. Ganzheitliche Behandlungsansätze sind rar und die Vielfalt der Informationen ist für Betroffene oft verwirrend und verunsichernd. Hast du dich auch schon oft gefragt, wie du deine Klient:innen bei Schilddrüsenproblemen optimal unterstützen kannst?
Ich zeige dir worauf du achten solltest und wie du deinen Blick schärfst, um dieses wichtige Organ mit der richtigen Ernährung zu unterstützen, auch aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin.
Aktualisiert im Oktober 2026
Kurz gesagt: Bei Hashimoto empfehle ich eine entzündungsarme, warme und regelmäßige Ernährung: viel gekochtes Gemüse, glutenfreie Getreide wie Buchweizen oder Hirse, genug Eiweiß und wenig Zucker und Weißmehl. Soja lasse ich zu Beginn zwei bis vier Wochen ganz weg, danach ist es in kleinen Mengen meist kein Problem. Kohl, Rettich, Kren und Senf gibt es höchstens einmal am Tag und am besten gekocht. Ein warmes Frühstück hilft gegen Kälte und Müdigkeit. Die Ernährung unterstützt die ärztliche Behandlung, sie ersetzt sie nicht.
„Thyreoiditis“ bedeutet Entzündung der Schilddrüse. Hashimoto-Thyreoiditis bezeichnet eine autoimmune Schilddrüsenentzündung, die nach dem Japaner Dr. Hakaru Hashimoto benannt wurde. Sie wird verursacht durch eine Fehlregulation im Immunsystem, bei der sich die körpereigene Abwehr gegen das Schilddrüsengewebe richtet. Eine Schilddrüsenunterfunktion ist nur ein Symptom bei Hashimoto, denn sie kann auch bei anderen Schilddrüsenerkrankungen auftreten.
Der chronische Verlauf einer Schilddrüsenerkrankung führt zu einer Schädigung des Schilddrüsengewebes und löst eine Autoimmunerkrankung aus. Die Symptome bei der Hashimoto-Krankheit entwickeln sich langsam.
Entsprechende Blutanalysen und eine Kontrolle der Antikörper bringen hier Klarheit um deine Schilddrüsenfunktion zu überprüfen.
Für eine gesunde Schilddrüse empfehle ich eine anti-entzündliche Ernährung mit reichlich Gemüse, ohne Zucker, ohne Weißmehl und mit wenig Kohlenhydraten. Schilddrüsenpatienten mit Unterfunktion oder Hashimoto profitieren zusätzlich von einem warmen Frühstück, das vor allem Kältegefühlen und einem Energiemangel entgegenwirkt. Ein idealer Start in den Tag ist eine warme Suppe oder ein glutenfreier Getreidebrei. Bei Klient:innen mit Schilddrüsenproblemen achte ich darauf welche Ernährungsgewohnheiten bestehen, denn zunächst gilt es die gewohnte Ernährung Schritt für Schritt umzustellen. Zu Überprüfen ist z.B. welche Lebensmittel Einfluss auf den Jodstoffwechsel nehmen und zu einer Vergrößerung der Schilddrüse führen können. Sogenannte Goitrogene bzw. strumigene Substanzen sind Stoffe, die die Hormonbildung durch die Schilddrüse beeinträchtigen können. Als Folge davon kommt es zu einer Vergrößerung der Schilddrüse, es entsteht ein Kropf (Struma).
Das bekannteste Goitrogen ist die Sojabohne. Zu den Goitrogenen zählen aber auch viele Gemüse und Kräuter (diversen Kohlsorten und Steckrüben, Rettich und Radieschen, Meerrettich und Senf, Kresse und Kapuzinerkresse), die Senfölglycoside enthalten. Diese werden im Organismus zu Thiocyanaten umgebaut welche die Jodaufnahme in die Schilddrüse behindern.
Ich rate zu maximal einer Portion täglich von z.B. Kohlsprossen, Karfiol, Kraut, Brokkoli, Rüben, Spinat - die besser im gekochten Zustand verzehrt werden sollten.
Sojaprodukte wie Tofu oder Sojagranulate: Wenn du woanders liest, dass sie bei Hashimoto tabu sind, ganz so streng sehe ich das nicht. Zum Einstieg lasse ich Soja zwei bis vier Wochen komplett weg. Danach ist ein- bis zweimal pro Woche Tofu meist kein Problem. Es ist, wie immer, eine Frage der Menge. Soja enthält sogenannte Isoflavone, das sind pflanzliche Hormone, die die Leistung der Schilddrüse beeinträchtigen, weil die Aktivität der sogenannten TPO-Enzyme blockiert wird. Die meisten strumigenen Substanzen werden durch Kochen und fermentieren reduziert, auf die Isoflavone im Soja trifft das nicht zu.
Bei der Hashimoto Ernährung haben auch Leber und Darm einen hohen Stellenwert. Es gilt die Darmgesundheit zu fördern und die Leber zu entlasten. Eine falsche Ernährung mit einem übermäßigen Anteil an Kohlenhydraten (vor allem aus Getreide und Zucker), Stress und wenig Bewegung führen dazu, dass diese wichtigen Organsysteme ihre Dienste verweigern. Leidtragend sind auch die Nebennieren, die Cortisol produzieren, bei langanhaltendem Stress ihre Funktion verändern und dadurch die Produktion aktiver Schilddrüsenhormone herabsetzen.
Bringe Struktur und Regelmäßigkeit in deinen Ernährungsalltag, achte auf Low-Carb-Ansätze und eine Ernährung, die satt und zufrieden macht. Ein stabiler Insulinspiegel „entstresst“ das Hormonsystem.
Wusstest du, dass die Schilddrüse das Organ mit dem höchsten Selengehalt des Körpers ist und deswegen besonders empfindlich auf einen Mangel an Selen reagiert? Warum eine Versorgung mit den richtigen Mikro- und Makronährstoffen so wichtig ist, erfährst du in meiner Fortbildung. Dieses Wissen und viele andere Themen holst du dir im Lehrgang "Integrative ErnährungsexpertIn". Nutze die Chancen von ganzheitlicher Ernährung und verändere Leben positiv - inklusive deinem Eigenen. Fördere Deine Klient:innen mit punktgenauen Maßnahmen und individuellen Ernährungsempfehlungen, die praxisnah und nachhaltig sind.
Rund 60 Prozent der Schilddrüsenhormone werden in der Leber in ihre aktive Form umgewandelt. Geht es der Leber gut, profitiert die Schilddrüse direkt.
Genauso wichtig ist ein stabiler Blutzucker. Fährt er auf und ab, ist das großer Stress für die Schilddrüse. Regelmäßige Mahlzeiten nach dem idealen Teller entstressen das ganze Hormonsystem. Lange Pausen und Fasten können für die Schilddrüse dagegen zu viel sein.
Und dann das Eiweiß. Bei allen Hashimoto-Fällen, die ich gesehen habe, war die Eiweißversorgung ein Thema. Etwa ein Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht ist ein guter Richtwert. Gerade Frauen, die eine Diät nach der anderen machen oder Mahlzeiten ausfallen lassen, rutschen hier schnell ins Defizit.
Bitte nicht panisch werden bei Kohl & Co.: Gemüse bleibt gesund. Eine Kohlsuppendiät oder jeden Tag grüne Smoothies aus Kohlblättern sind bei einem Schilddrüsenthema aber keine gute Idee. Abwechslung ist hier alles: Wurzelgemüse, Kürbis, Fenchel.
Hashimoto zeigt sich nicht immer gleich. Es kann zwischen Unter- und Überfunktion hin und her springen, vor allem wenn die Medikamente schwer einzustellen sind. Deshalb schaue ich immer, wo jemand gerade steht.
Die Mitte stärke ich in beiden Fällen. Extreme helfen nie, auch bei Hitze nicht nur Rohkost.
Jod braucht die Schilddrüse, um ihre Hormone zu bilden. Zu viel Jod kann einen Hashimoto aber auch auslösen. Deshalb bitte keine Jodtabletten ohne ärztliche Verordnung. Vorsicht auch bei Algen, Tang und Chlorella-Kuren: Sie enthalten sehr viel Jod.
Selen ist ebenfalls wichtig für die Schilddrüse. Gute Quellen sind Fisch, Fleisch und Paranüsse. Eine Ergänzung in Tablettenform gehört in die Hände von Fachleuten. Ich selbst arbeite immer mit Lebensmitteln.
Ein Hinweis zu den Laborwerten: Der TSH-Wert allein sagt zu wenig. T3, T4 und die Antikörper gehören dazu.
Bei Hashimoto mit Kältegefühl, Energiemangel, Müdigkeit, Durchfall, Verdauungsproblemen und/oder Übergewicht ist die Bekömmlichkeit eines gekochten Essens sehr wichtig.
| Gut für die Schilddrüse | In Maßen, am besten gekocht | Besser meiden |
|---|---|---|
| Buchweizen, Hirse, Quinoa, Amaranth | Kohlsprossen, Karfiol, Kraut, Brokkoli | Zucker und Weißmehl, häufige Brotmahlzeiten |
| Gekochtes Gemüse, Kürbis, Fenchel, Wurzelgemüse | Rettich, Radieschen, Kren, Senf, Kresse | Fertigprodukte |
| Rind, Huhn, Lamm, Pute, Wild, Fisch, Eier | Rüben, Spinat | Fruchtsäfte, eisgekühlte Getränke |
| Walnüsse, Haselnüsse, Hanfsamen, Paranüsse | Hülsenfrüchte | Rohkost im Übermaß |
| Leinöl, Hanföl, Leindotteröl | Soja: zu Beginn zwei bis vier Wochen weglassen, danach ein- bis zweimal pro Woche | Algen und Jodtabletten ohne ärztliche Rücksprache |
| Kräuter und Gewürze, Esskastanien | Milchprodukte: individuell, je nach Verträglichkeit | Fasten, hungern, ohne Frühstück |
Andrea Ponsold hat im Lehrgang eine Übungsklientin mit Hashimoto begleitet. Als sie zu ihr kam, war sie vergesslich, konnte sich kaum konzentrieren und hatte keine Energie mehr für das, was sie liebt. Was sich verändert hat, erzählt Andrea in ihrer Erfolgsgeschichte.
Frauen mit Hashimoto haben oft einen langen Weg hinter sich: Befunde, Tabletten, viele widersprüchliche Ratschläge. Und aus meiner Erfahrung mit hunderten Menschen mit Schilddrüsenproblemen: Oft fehlt die Basis. Kein Frühstück, keine Struktur im Alltag, viel Stress. Allein diese Basisarbeit bringt schon viel.
Gerade weil viele Betroffene im Gesundheitssystem wenig Unterstützung finden, ist die Schilddrüse ein großes Arbeitsfeld für dich, wenn du möchtest.
Zu Beginn lasse ich Soja zwei bis vier Wochen ganz weg. Reduzieren würde ich Zucker, Weißmehl, häufige Brotmahlzeiten, Fertigprodukte, eisgekühlte Getränke und Rohkost im Übermaß. Kohl, Rettich, Kren und Senf höchstens einmal am Tag und gekocht.
Ganz so streng sehe ich das nicht. Soja enthält Isoflavone, die das Enzym TPO hemmen können, das die Schilddrüse für ihre Hormone braucht. Kochen oder Fermentieren hilft hier nicht. Zum Einstieg lasse ich Soja deshalb zwei bis vier Wochen komplett weg. Danach ist ein- bis zweimal pro Woche Tofu meist kein Problem. Dreimal am Tag Soja ist zu viel.
Ja. Buchweizen ist glutenfrei, wärmt und passt wunderbar ins warme Frühstück. Mein Rezept mit Äpfeln und Haselnüssen steht weiter unten.
In kleinen Mengen ja. Kren, Senf, Rettich und Radieschen enthalten Senfölglycoside, die die Jodaufnahme bremsen können. Deshalb höchstens eine Portion am Tag.
Etwas Warmes: ein glutenfreier Getreidebrei aus Buchweizen oder Hirse oder eine Suppe. Das wirkt Kältegefühl und Energiemangel entgegen.
Ja, mit Geduld. Ein stabiler Blutzucker hilft: regelmäßige Mahlzeiten, genug Eiweiß, wenig Zucker und Weißmehl. Hungern und Fasten stressen das Hormonsystem zusätzlich.
Nur nach ärztlicher Abklärung. Zu viel Jod kann einen Hashimoto sogar auslösen. Selen steckt in Fisch, Fleisch und Paranüssen.
Nein. Ernährung unterstützt die ärztliche Therapie bei Hashimoto, sie ersetzt sie nicht.
Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Beratung.

2 Portionen
1 Tasse Buchweizen, 60 g Haselnüsse, gerieben, 1 Prise Zimtpulver, 1/2 TL Ingwer, gerieben,1 Prise Salz, Saft einer ½ Zitrone, 2 Äpfel, 1 EL Leinöl
Buchweizen mit heißem Wasser waschen und dann in einem Topf kurz anrösten. Mit 2 Tassen heißem Wasser aufgießen, aufkochen lassen und mit geriebenen Haselnüssen, Zimtpulver, Ingwer, Salz und Zitronensaft abschmecken. Zugedeckt auf kleiner Flamme 12-15 Minuten ausquellen lassen.
In der Zwischenzeit die Äpfel waschen und schälen. Kerngehäuse entfernen und Äpfel in kleine Stücke schneiden. Die Apfelstücke gegen Ende der Kochzeit kurz mitdünsten.
Vor dem Servieren 1 El Leinöl unterrühren.
Guten Appetit
Herzlichst
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Doktorin der Ernährungswissenschaften · Gründerin der Akademie für integrative Ernährung
1967 mit einer beidseitigen Hüftluxation geboren. Mehrere Operationen, Metallplatten, mit 17 der erste Bandscheibenvorfall. Und Ärzte, die mir sagten: „Mit 30 brauchen Sie ein künstliches Hüftgelenk.“ Mit 22 drohte die Frühpension.
Ich ließ das nicht mit mir machen. Ich studierte Ernährungswissenschaften in Wien, promovierte in Mexiko und entdeckte dort die Kraft der Traditionellen Chinesischen Medizin. Plötzlich ergab alles Sinn: wie Körper, Geist und Alltag ineinandergreifen. Wie Ernährung weit mehr ist als Kalorien, Eiweiß, Fett und Vitamine.
Mit meiner Methode der integrativen Ernährung habe ich die vorausgesagte Hüftoperation um mehr als 20 Jahre hinausgezögert. Mit 55 kam das künstliche Gelenk dann doch. Zu meinem Zeitpunkt, nach einem Leben voller Bewegung.
In über 8.000 Beratungen habe ich erlebt, was Essen wirklich kann. Heute bilde ich Frauen im Gesundheitsbereich aus, die Ernährung gezielt in ihrer Praxis einsetzen. Über 500 Absolvent:innen in 17 Ländern zeigen das jeden Tag. Meine 34+ Koch- und Sachbücher stehen in Arztpraxen genauso wie in Küchen zu Hause. Mein Fachbuch „Integrative Ernährung“ ist 2025 in zweiter Auflage bei Springer erschienen.
Ich bin überzeugt: Der klügste Hebel im Gesundheitssystem liegt auf dem Teller.
„Der Mund ist das Tor zur Gesundheit. Jeden Tag.“
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