Supergrains - wie du mit Scheingetreide so richtig Kraft tanken kannst

Feb 10, 2021
 

Vollgepackt mit gesunden Nährstoffen, geben uns die kleinen eiweißreichen Körnerfrüchte viel Energie. Pseudogetreide werden oft als Getreide bezeichnet, doch das stimmt so nicht. Schon unsere Großmütter haben sie verwendet, allerdings war der Name Supergrains damals noch nicht angesagt. Heute stelle ich dir drei köstliche kleine Kraftkörner vor, die nicht nur schmackhaft, sondern auch sehr gesund sind. Unbedingt ausprobieren!

Scheingetreide oder Getreide? Was ist der Unterschied?

Scheingetreide oder auch Pseudogetreide (Pseudocerealien) sind Körnerfrüchte von verschiedensten Pflanzenarten, die ähnlich wie Getreide verwendet werden aber nicht zur Familie der Süßgräser gehören.

In die Gruppe der Süßgräser gehören diese 7: Mais, Reis, Hirse, Hafer, Gerste, Weizen und Roggen. 

Getreide ist eine Zuchtform von Gräsern und gehört zu den jahrtausendealten Begleitern des Menschen.  Seit einigen Jahrzehnten werden Weizen, Dinkel und Roggen hochgezüchtet, um ihre Backeigenschaften zu verbessern. Dies bringt inzwischen Probleme mit sich, denn insbesondere der fürs Backen günstige Klebstoff Gluten verursacht vermehrt Darmbeschwerden.

Pseudogetreide besitzen keine Eigenbackfähigkeit. Alle Pseudocerealien sind glutenfrei und daher als Basis für glutenfreie Gerichte bei Zöliakie und Glutenunverträglichkeit geeignet.

Die bei uns bekanntesten Scheingetreide sind Amarant, Quinoa und Buchweizen - Amarant und Buchweizen sind seit vielen Jahren in Europa beheimatet. Quinoa wird seit kurzem ebenfalls in Europa kultiviert. Im Burgenland und in der Steiermark gibt es kleine, aber feine Anbaugebiete.  

Quinoa und Amarant sind wärmeliebend und in Mitteleuropa gegenüber den hier üblicherweise angebauten Getreiden (Weizen, Roggen, Gerste, ...) kaum konkurrenzfähig. Sie weisen ein niedriges Ertragsniveau auf und bieten eine geringe Ertragssicherheit - großen Dank den Pionieren in der Landwirtschaft, die trotz dieser widrigen Verhältnisse bemüht sind, uns heimische Supergrains zu liefern.

Alle drei vereint der Gehalt vieler guter Nährstoffe: Ballaststoffe, Eiweiß, ungesättigte Fettsäuren, Mineralstoffe wie Magnesium oder Kalium.

 

Amarant - winzige Körnchen, große Kraft

Die kleinwinzigen Körnchen bergen einen unglaublichen Reichtum an leicht verwertbaren Nähr- und Vitalstoffen. Sowohl der Protein- und Fettgehalt als auch der Gehalt an Kalzium, Magnesium, Zink und Eisen werden ernährungsphysiologisch höher bewertet als traditionell angebaute Getreidesorten. Das macht Amarant nicht nur für ältere Menschen, Kinder und Sportler so wertvoll auch für Menschen, denen das Klebereiweiß im Getreide gesundheitliche Probleme bereitet ist Amarant ein wertvoller „Getreideersatz“.

Amarant lässt in Bezug auf seinen Vitalstoffanteil alle Getreidearten erblassen. Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang sein ausgesprochen hoher Magnesiumgehalt von etwa 266 mg sowie sein hoher Calciumgehalt von 214 mg. Auch sein Eisenreichtum (9 mg) und seine Zinkwerte (3,2 mg) sind herausragend. Der hohe Eisengehalt ist besonders in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Erkrankungen, denen ein Eisenmangel zugrunde liegt, von großer Bedeutung.

 

Amarant – eine Eiweißbombe

... nicht nur für Veganer und Vegetarier

Amarant verfügt über einen Proteingehalt von etwa 15-18% – ein Wert, den keines der herkömmlichen Getreide erreicht. Amarant ist nicht nur für Vegetarier und Veganer ein vorzüglicher Eiweißlieferant, sondern für Jedermann – ob Groß oder Klein. Der hohe Eiweißgehalt von Amarant hat auch eine besonders hoher Qualität. Das „Amarant-Eiweiß“ hat eine hohe biologische Wertigkeit von 75. Dieser Wert ist umso höher, je effizienter ein Nahrungsprotein in Körperprotein umgewandelt werden kann. Als Richtwert dient die Zahl 100, die dem Ei eines Huhnes entspricht.

Aminosäuren, die Bausteine der Proteine sind die Grundlage aller Lebensvorgänge, da sie absolut unentbehrlich sind für jeden Stoffwechselvorgang. Die wichtigste Aufgabe stellt dabei der optimale Transport und die optimierte Speicherung aller Nährstoffe (Wasser, Fette, Kohlenhydrate, Proteine, Mineralstoffe und Vitamine) dar. Die meisten Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, hohes Cholesterin, Diabetes, Schlafstörungen, Erektionsstörungen oder Arthrose sind im Kern auf Stoffwechselstörungen zurückzuführen. Das gilt übrigens auch für Haarausfall oder starke Faltenbildung.

Essenzielle Aminosäuren sind Aminosäuren, die der Körper benötigt, sich aber nicht selbst aufbauen kann.

Für uns Menschen gelten Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan und Valin als essenzielle Aminosäuren. Arginin und Histidin brauchen wir nur in bestimmten Situationen - beim Heranwachsen oder während der Genesung - und werden daher als semi-essenziell bezeichnet.

Amarant enthält alle essenziellen Aminosäuren und besitzt im Gegensatz zu herkömmlichem Getreide sehr große Mengen an Lysin und kann daher das manchmal in veganer Ernährung zu beobachtende Lysin-Manko sehr gut ausgleichen.

 

Quinoa – eine kleine, aber wirkungsvolle Nährstoffbombe 

In Quinoa stecken Aminosäuren und Vitamine in hohen Konzentrationen sowie ein großes Spektrum an Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen, Antioxidantien und vielem mehr.

Quinoa hat im Vergleich zu Reis beispielsweise den doppelten Gehalt an Eiweiß und zählt zu den Lebensmitteln mit dem höchsten Eiweißgehalt. Darüber hinaus liefert Quinoa sämtliche essenzielle Aminosäuren, die der Körper benötigt. Somit stellt Quinoa eine perfekte Eiweißquelle für den Körper dar und hat großen Anteil an einer ausgewogenen und gesunden Ernährung. Der Eiweißgehalt von 100 g Quinoa beträgt etwa 16 Gramm. Reis dagegen besitzt nicht einmal die Hälfte dieses Eiweißgehalts und stellt darüber hinaus auch nicht alle essenziellen Aminosäuren zur Verfügung, die der Organismus benötigt.

Auch wenn Fette in unserer Gesellschaft einen schlechten Ruf besitzen, benötigt sie der menschliche Körper in bestimmten Mengen, um einwandfrei zu arbeiten. Hier geht es allerdings nicht darum, dem Körper einfach nur irgendein Fett zuzuführen, sondern möglichst solche Fette, die aus einem hohen Anteil hochwertiger, ungesättigter Fettsäuren bestehen. Genau dieses hochwertige Fett liefert Quinoa. In 100 Gramm des Getreides sind in ungekochtem Zustand etwa sechs Gramm Fett enthalten. Über 90 Prozent dieses Fettes bestehen aus den hochwertigen ungesättigten Fettsäuren. Somit kann der regelmäßige Konsum von Quinoa das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen senken. Zudem sind in dem in Quinoa enthaltenen Fett weitere hochwertige Inhaltsstoffe wie beispielsweise Omega-3-Fettsäuren oder Linolensäure enthalten, die sich positiv bei Entzündungen oder virenbedingten Erkrankungen auswirken.

Sehr wichtig für eine optimale Versorgung der Körperzellen mit Sauerstoff ist Vitamin B2 – auch Riboflavin genannt. Durch die Aufnahme von 100 g Quinoa decken Sie rund 6 % des täglichen Bedarfs an diesem wichtigen Vitamin ab.

Rund ein Drittel bis die Hälfte der empfohlenen täglichen Menge an Eisen, Magnesium und Mangan wird durch 100 g Quinoa abgedeckt.

Antioxidantien fangen die freien Radikale im menschlichen Körper ein und verhindern bzw. verlangsamen so den Alterungsprozess. Außerdem beugen sie vielen ernsthaften Krankheiten vor. Auch Antioxidantien sind in großer Menge in Quinoa enthalten.

Quinoa - Säure-Basen-Haushalt

Ein großes Problem in der heutigen Ernährungsweise das Ungleichgewicht von Säuren und Basen. Unsere Ernährung ist oft viel zu sauer, bzw. zu wenig basisch. Durch die Übersäuerung des Körpers kann es zu Nieren- und Harnwegserkrankungen, Diabetes, Herz-Kreislaufstörungen und sogar Krebs kommen. Auch eine dauerhaft verminderte Leistungsfähigkeit kann durch die Übersäuerung hervorgerufen werden. Quinoa ist komplett basisch und trägt somit zur ausgewogenen und gesunden Ernährung bei. Durch diese basische Wirkung gleicht es andere, sauer wirkende Nahrungsmittel aus und sorgt dafür, dass der Körper ein optimales Säuren-Basen-Gleichgewicht aufweist.

Quinoa gegen Migräne und für gute Laune

Auch Kopfschmerzen bzw. Migräne sind oftmals auf eine Übersäuerung des Körpers zurückzuführen. Zudem ist oft auch ein Mangel wichtiger Vitamine und Mineralien, Ursache für Kopfschmerzen und Migräne. Insbesondere ist es oft eine Zufuhr von Magnesium, die zur Entspannung der Blutgefäße beiträgt und somit den Schmerz lindern kann. Sowohl die Intensität als auch die Häufigkeit von Migräneanfällen können durch die verstärkte Einnahme von Magnesium in Form von Quinoa zurückgehen. Quinoa enthält 70% mehr Magnesium als z.B. Roggen oder Weizen)

Migränepatienten berichten, dass sie mit Hilfe von Quinoa unter deutlich weniger Schmerzattacken litten. An dieser Wirkung ist auch Riboflavin (Vitamin B2) beteiligt. Riboflavin kann die Energieproduktion innerhalb der Zellen verbessern und damit natürlich auch den Energiestoffwechsel der Zellen im Gehirn und der Muskelzellen fördern, was sich in seiner Gesamtheit bei Migräne als außerordentlich vorteilhaft erwiesen hat.

Amarant und Quinoa zählen zu den ältesten Naturpflanzen. Amarant ist für die Kleinkinderernährung eine gute Eisenquelle, hingegen soll Quinoa in der Kleinkindernährung nicht verwendet werden, da geringe Mengen der enthaltenen Saponine zu Durchfällen führen können.

Bei Quinoa ist es wichtig auf fair gehandelte Produkte zu achten, denn durch den Superfood-Boom sind die Preise für Quinoa in den letzten 10 Jahren stark gestiegen, oft zum Nachteil von Kleinbauern in Peru und Bolivien, wo Quinoa nun im industriellen Stil von Großkonzernen angebaut und gehandelt wird. 

 

Buchweizen – senkt den Blutzuckerspiegel

Buchweizen ist ein Knöterichgewächs und schmeckt ähnlich wie Haselnüsse. Es gedeiht am besten auf Heide- oder Sandböden. Die in Buchweizen enthaltenen Kohlenhydrate tragen zu einem ausgewogenen Blutzuckerspiegel bei. Er enthält die essentielle Aminosäure Lysin und dient als Quelle für Eisen, Kalium und B-Vitamine. Buchweizen ist leicht verdaulich, fördert die Durchblutung. Das Buchweizenkraut enthält viel Rutin, welches dazu beiträgt, die Gefäße zu schützen und den Blutfluss zu verbessern. Die Wirkung wird daher gezielt dafür genutzt, um die Spannkraft der Venen zu steigern.

In der TCM ist Buchweizen thermisch neutral, Yin nährend, stärkt das Milz Qi (Verdauung) und fördert die Blutzirkulation.

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Rezept

5-Elemente Kraftbrei mit Quinoa und Maroni

2 Portionen: 

E – 50 g Gemischte Trockenfrüchte (z.B. Marillen, Rosinen, Datteln, Feigen), 30 g Kokoschips, 30 g Maroni gegart, 2 TL Agavensirup zum Verfeinern, gemahlener Zimt
M- Etwas frischer Ingwer, 30 g Haferflocken, gemahlener Kardamom
W -300 ml Wasser, 1 Prise Salz
F- 30 g Quinoa
H 1/2 Bio-Orange, Himbeeren, Granatapfelkerne

Trockenfrüchte grob hacken. Ingwer fein hacken. Haferflocken, Wasser, Quinoa, Salz, Zimt, Kardamom, Ingwer, Kokoschips und das Trockenobst zugeben und ca.  25 Minuten ganz leicht simmern. Währenddessen Schale der Orange abreiben und Saft auspressen. Wenn die Quinoa weich ist, Maroni, Orangenschale und -saft zugeben, und nochmals ein paar Minuten ziehen lassen. Den 5-Elemente Kraftbrei in Schüsseln anrichten und nach Belieben mit Agavensirup verfeinern. Mit Himbeeren, Granatapfelkernen und einigen Kokoschips garnieren und mit etwas Zimt bestreut servieren.

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